Die Patenschaft

F4F Richthofen
Westturm Wangerooge. Der Ziegelsteinbau mit einem quadratischem Grundriss von 12 × 12 m ist 56 m hoch und hat acht Stockwerke. Mit dem stabilen Geestuntergrund der Insel verbindet ihn ein 15 m tiefes Fundament. Der Westturm wird als Jugendherberge genutzt.

200 Jahre . . . Seebad Wangerooge 1804 -2004

 

Am Donnerstag, 15. Juli 2004, fand um 15:30 Uhr im Großen Kursaal von Wangerooge der Festakt aus Anlass des Jubiläums "200 Jahre Seebad Wangerooge", in Anwesenheit des Niedersächsischen Ministerpräsidenten und Schirmherrn Christian Wulff  sowie weiterer Ehrengäste und Landesvertreter statt.

Zur Historie des Seebades:

Nachdem sich der Kaufmann Caspar Jäger auf Empfehlung seines Arztes Dr. Gerhard Eyting am 03. August 1802 auf den Weg nach Wangerooge machte, um als erster namentlich bekannter Badegast das Seebaden als letztes Mittel seiner Heilung zu nutzen, kehrte dieser bereits am 29. August 1802 geheilt und durch 28 Bäder gestärkt zurück. Kurz darauf begann er mit der Niederschrift seiner Erfahrungen. Die Broschüre "Etwas über den Nutzen des Seebadens auf Wangerooge" wurde der Öffentlichkeit mittels Anzeige im Jeverschen Wochenblatt übergeben. In Folge dessen kamen bereits vor dem Jahr 1804 Badegäste auf die Insel, die beim Vogt und bei übrigen Insulanern Unterkunft fanden.

Am 13.03.1804 richtete der Inselvogt Tiark Friedrich Amman ein Schreiben an die Regierung in Jever zu Händen des Geheimrates Kalisch. Dieses Schreiben kann als sogenannte "Gründungsurkunde" des Nordseebades Wangerooge angesehen wer-den. Der Bitte des Inselvogtes um Überlassung einer Badekutsche und eines Badezeltes als Grundausstattung einer Seebadeanstalt wurde durch die Fürstenwitwe Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst sehr schnell entsprochen, da diese bereits im Mai 1804 auf der Insel eintrafen.

200 Jahre Seebad Wangerooge spiegeln eine wechselvolle Geschichte wider. Sturmfluten, die die Insel fast zerstörten, die Kriege und die Nazizeit konnten den Fortschritt des Tourismus jedoch nicht bremsen. Die Insulaner ließen sich von den herben Rückschlägen niemals unterkriegen. Sie machten im Laufe der Zeit aus der Insel, wo 1804 alles mit einem Badekarren und einem Badezelt begann, das Seebad Wangerooge, wo jährlich 120.000 Urlaubsgäste und ca. 900.000 Übernachtungen zu verzeichnen sind.200Jahre Wangerooge Web10 478X63802

Während der Festveranstaltung im Großen Kursaal lobte der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff die Insel als "Perle in der Landschaft der niedersächsischen Kurorte" und sicherte zu, dass sie bei der Neubeurteilung das Prädikat "Nordseeheilbad" behalten wird.

In der Begrüßungsrede hatte Bürgermeister und Kurdirektor Holger Kohls die Entwicklung des Seebades nachgezeichnet, dabei zeigte er jedoch auch die Sorgen auf, die das Bemühen, den Fremdenverkehr als Lebensgrundlage der Insel zu sichern, begleiten.200 Jahre Wangerooge 006 Mittlere Webansicht

Einen autobiografisch en Einstieg in das Thema "200 Jahre Seebad Wangerooge" wählte Professor Dr. Uwe Meiners, Leitender Direktor des Museumsdorfes Cloppen-burg, bei seinem Festvortrag. Nach persönlichen Eindrücken von seinem ersten Insel-aufenthalt als Vierjähriger im Jahre 1956, zeichnete er die Seebadhistorie nach und stellte sie in den Kontext der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen. Getreu der Devise "Auch in einem Kaffeelöffel spiegelt sich die Sonne. Und Wangerooge könnte ein solcher Kaffeelöffel sein." Professor Meiners beendete seinen interessanten, mit Fakten gespickten Vortrag mit den Worten: "Zukunft braucht Geschichte, denn ihre solide Kenntnis trägt dazu bei, richtige Entscheidungen zu treffen."

Im Anschluss an die Festvorträge wurden die Grußworte anlässlich des 200-jährigen Jubiläums überbracht, die mit der Übergabe von Präsenten an den Bürgermeister und Kurdirektor Holger Kohls endeten.200Jahre Wangerooge Web3

In Vertretung des Kommodore, Oberst Achim Rützel, nahm Hauptmann Olaf Waschke, Personalstabsoffizier, für das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" an der Veranstaltung teil. Als Vertreter des Patenverbandes - der mittlerweile auf eine neun jährige aktive Patenschaft und ein 29-jähriges Inselbiwak zurückblicken kann, überreichte er das Präsent und stellte dabei die besondere Verbundenheit des Jagdgeschwaders zur Insel Wangerooge heraus.

Nach den offiziellen Feierlichkeiten begaben sich alle Gäste zum Sommerfest an der Unteren Strandpromenade wo neben kulinarischen Köstlichkeiten auch verschiedene Musik- und Tanzgruppen auf der eigens dafür aufgebauten Bühne ihre Programme darboten.

In diesem Rahmen bot sich auch die Gelegenheit zum gegenseitigen Gedankenaus-tausch und zu Gesprächen über die Insel und die Inselgeschichte.

Text: Hauptmann Olaf Waschke, Stab JG71 ”R”                        Bilder: Sylvia Grann

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Bilder und Text mit freundlicher Genehmigung der Richthofen-Info-Redaktion

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