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Ein Bericht aus dem Wangerooger Inselboten
Freunde besuchen Freunde - so könnte man die Patenschaft zwischen dem Wittmunder Jagdgeschwader 71 “Richthofen” und der Inselgemeinde bezeichnen. Im Sommer kommen Soldaten zum „sogenannten Zeltlager“ auf die Insel. Gemeinsame Aktivitäten stehen dann auf dem Programm. Höhepunkt ist das Grillen am Lagerfeuer, wozu auch Inselbewohner eingeladen sind.
Aber auch ein Gegenbesuch steht jährlich an. 15 “Unerschrockene” machten sich auf den Weg nach Wittmund in die dortige Kaserne.
Damit sich keiner verfährt, wartete der Bundeswehrbus in Harle, in dem sich viele Freunde in Uniform befanden. Die Begrüßung war natürlich mehr als freundschaftlich, denn man kennt sich ja
schon viele Jahre. Besonders Torsten Stumpf, der für die Planungen auf der Insel zuständig ist, freute sich, seine Freunde wieder zu treffen. Seit 1995 besteht die Patenschaft, die
entsprechend gelebt wird. Was bei uns Torsten Stumpf ist, sind bei den Richthofenern Hauptmann Erwin Bremer und Hauptfeldwebel Mario Mintken. Die beiden hatten ein tolles Programm auf die
Beine gestellt. Unter anderem eine Führung im Flugzeugmuseum und in der Instandsetzungshalle. Mit Ohrenschützern ausgerüstet hatten die Insulaner die Gelegenheit, einen Triebwerkstest zu
erleben. Man tat allerdings noch gut daran, sich die Ohren zusätzlich zuzuhalten, denn 70.000 PS erzeugten entsprechenden Lärm. Auch der Boden der Spezialhalle vibrierte entsprechend. Während
des Towerbesuchs erfuhren die Insulaner, was dort für Arbeit geleistet wird. Hautnah erlebten sie am Radar, wie ein Zivilflugzeug sich nicht an die Luftverkehrsordnung hielt. Mal richtig
große Feuerwehrfahrzeuge galt es in den Räumlichkeiten der Flugplatzfeuerwehr zu bewundern.
Gerade Strecken gibt es ja einige auf dem Jagdgeschwader-Gelände. Daher war ein Boßelwettkampf geplant. Doch leider spielte das Wetter
nicht mit und so wurde stattdessen am Nachmittag bis zum Abendbrot dem Kegelsport gefrönt. Gewonnen hatte tatsächlich keine Mannschaft, obwohl ein gewisser Ehrgeiz bestand.
Bürgermeister Holger Kohls ließ es sich nicht nehmen, zu seiner “Inseltruppe” dazuzustoßen. Und auch Geschwader-Kommodore Oberst
Christian Badia, dem das Richthofengeschwader untersteht, nahm sich mit seiner Familie Zeit für die Inselgäste.
Da die Phantom bald zum „alten Eisen“ gehört, wird der Jet in den nächsten Jahren durch den Eurofighter ersetzt. “Zu dieser Umsetzung
gehört
nicht nur ein gewaltiger logistischer Aufwand, sondern auch die Ausbildung von Personal und Piloten,” betonte Geschwader-Kommodore Badia. Die Zielsetzung für die Umstellung liegt ungefähr im Jahre 2017.
Allgemein wurde die Abwesenheit der Ratsvertreter bedauert. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal oder bei der 50 Jahr-Feier des
Geschwaders. Geplant ist ein Tag der offenen Tür am 5. und 6. Juni. Aber auch beim Zeltlager auf der Insel soll entsprechend gefeiert werden.
Die Köche hatten sich besonders Mühe beim Nachtisch gegeben. Tiramisu in Inselform und das gleich drei Mal war auch etwas fürs Auge
und ist erwähnenswert.
Gemütlich wurde es dann nach dem Essen an der “Hausbar“.. Einige fieberten Mitternacht entgegen. Schlagartig wurde der Wangerooger
Eike Gissel, der als Koch im Richthofengeschwader arbeitet, ein Jahr älter. “Hoch soll er leben”, ertönte von den Anwesenden, worunter sich auch seine Familie befand. Eine “Magnumflasche”
machte dann anschließend viele Runden.
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